März, 2006



Ich moechte gerne bei dir sein - romantischer Spruch 1


h1 31. März 2006 23:45 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Ich möchte gerne bei Dir sein, doch bin ich allein, drum schaue ich mal bei dir vorbei.

Liebesgedicht Frank Wedekind - Liebe


h1 17. März 2006 15:52 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Liebe

Es hielten die menschlichen Triebe
Einst einen großen Kongreß.
Sie stritten sich um die Ehre,
Wer wohl der Stärkste wäre,
Denn niemand wußte es.

Die Liebe war nicht zugegen.
Und als dies alle entdeckt,
Da schrien die menschlichen Triebe:
“Herrje, wo bleibt nur die Liebe!
Nein, wo die Liebe nur steckt.”

Ein geiziges Weib trat zum Altar.
Dort stand ein Misanthrop.
Und als sie zusammenkamen,
Sie sprachen Ja und Amen,
Der Pfarrer die Händ’ erhob.

Die Liebe hatte die beiden
Von allen Trieben befreit.
Zurück blieb einzig die Liebe,
Drum hatten die anderen Triebe
Auch so viel übrige Zeit.

Sie hockten noch immer beisammen
Und hielten großen Kongreß.
Nun ward die Vernunft erhoben,
Sie sei als die Stärkste zu loben,
Doch niemand glaubte es.

von Frank Wedekind

Liebesgedicht Frank Wedekind - Galathea


h1 17. März 2006 15:50 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Galathea

Ach, wie brenn’ ich vor Verlangen,
Galathea, schönes Kind,
Dir zu küssen deine Wangen,
weil sie so entzückend sind.
Wonne die mir widerfahre,
Galathea, schönes Kind,
Dir zu küssen deine Haare,
weil sie so verlockend sind.

Nimmer wehr mir, bis ich ende,
Galathea, schönes Kind,
Dir zu küssen deine Hände,
weil sie so verlockend sind.
Ach, du ahnst nicht, wie ich glühe,
Galathea, schönes Kind,
Dir zu küssen deine Knie,
weil sie so verlockend sind.

Und was tät ich nicht,
du süße Galathea, schönes Kind,
Dir zu küssen deine Füße,
weil sie so verlockend sind.

Aber deinen Mund enthülle,
Mädchen, meinen Küssen nie,
Denn in seiner Reize Fülle
küsst ihn nur die Phantasie.

von Frank Wedekind 

Liebesgedicht Rainer Maria Rilke - Die Liebenden


h1 17. März 2006 15:44 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Die Liebenden

Sieh, wie sie zueinander erwachsen:
in ihren Adern wird alles Geist.
Ihre Gestalten beben wie Achsen,
um die es heiß und hinreißend kreist.
Dürstende, und sie bekommen zu trinken,
Wache und sieh : sie bekommen zu sehn.
Laß sie ineinander sinken,
um einander zu überstehn.

von Rainer Maria Rilke

Liebesgedicht Rainer Maria Rilke - Die Liebende


h1 17. März 2006 15:41 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Die Liebende

Ja ich sehne mich nach dir. Ich gleite
mich verlierend selbst mir aus der Hand,
ohne Hoffnung, daß ich Das bestreite,
was zu mir kommt wie aus deiner Seite
ernst und unbeirrt und unverwandt.

… jene Zeiten: O wie war ich Eines,
nichts was rief und nichts was mich verriet;
meine Stille war wie eines Steines,
über den der Bach sein Murmeln zieht.

Aber jetzt in diesen Frühlingswochen
hat mich etwas langsam abgebrochen
von dem unbewußten dunkeln Jahr.
Etwas hat mein armes warmes Leben
irgendeinem in die Hand gegeben,
der nicht weiß was ich noch gestern war.

von Rainer Maria Rilke 

Liebesgedicht Jakob Lenz - Aus ihren Augen lacht die Freude


h1 17. März 2006 15:35 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Aus ihren Augen lacht die Freude

Aus ihren Augen lacht die Freude,
Auf ihren Lippen blüht die Lust,
Und unterm Amazonenkleide
Hebt Mut und Stolz und Drang die Brust;
Doch unter Locken, welche fliegen
Um ihrer Schultern Elfenbein,
Verrät ein Seitenblick beim Siegen
Den schönen Wunsch besiegt zu sein.

von Jakob Lenz

Liebesgedicht Hugo von Hoffmannsthal - Die Beiden


h1 17. März 2006 15:32 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Die Beiden

Sie trug den Becher in der Hand
- Ihr Kinn und Mund glich seinem Rand-
So leicht und sicher war ihr Gang,
Kein Tropfen aus dem Becher sprang.

So leicht und fest war seine Hand:
Er ritt auf einem jungen Pferde
Und mit nachlässiger Geberde
Erzwang er, daß es zitternd stand.

Jedoch, wenn er aus ihrer Hand
Den leichten Becher nehmen sollte,
So war es beiden allzu schwer:
Denn Beide bebten sie so sehr,
Daß keine Hand die and’re fand
Und dunkler Wein am Boden rollte.

von Hugo von Hoffmannsthal 

Liebesgedicht Heinrich Heine - Wir haben viel für einander gefühlt


h1 17. März 2006 15:29 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Wir haben viel für einander gefühlt

Wir haben viel für einander gefühlt,
Und dennoch uns gar vortrefflich vertragen.
Wir haben oft “Mann und Frau” gespielt,
Und dennoch uns nicht gerauft und geschlagen.
Wir haben zusammen gejauchzt und gescherzt,
Und zärtlich uns geküßt und geherzt,
Wir haben am Ende, aus kindischer Lust,
“Verstecken” gespielt in Wäldern und Gründen,
Und haben uns so zu verstecken gewußt,
Daß wir uns nimmermehr wiederfinden

Willst du dein Herz mir schenken,
So fang es heimlich an,
Daß unser beider Denken
Niemand erraten kann.
Die Liebe muß bei beiden
Allzeit verschwiegen sein,
Drum schließ die größten Freuden
In deinem Herze ein.

Behutsam sei und schweige
Und traue keiner Wand,
Lieb innerlich und zeige
Dich außen unbekannt.
Kein Argwohn’ mußt du geben,
Verstellung nötig ist,
Genug, daß du, mein Leben,
Der Treu versichert bist.

Begehre keine Blicke
Von meiner Liebe nicht.
Der Neid hat viele Tücke
Auf unsern Bund gericht’.
Du mußt die Brust verschließen,
Halt deine Neigung ein,
Die Lust, die wir genießen,
Muß ein Geheimnis sein.

Zu frei sein, sich ergehen
Hat oft Gefahr gebracht.
Man muß sich wohlverstehen,
Weil ein falsch Auge wacht,
Du mußt den Spruch bedenken,
Den ich vorher getan:
Willst du dein Herz mir schenken,
So fang es heimlich an.

von Heinrich Heine 

Liebesgedicht Karoline von Günderrode - Überall Liebe


h1 17. März 2006 15:21 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Überall Liebe

Kann ich im Herzen heiße Wünsche tragen?
Dabei des Lebens Blütenkränze sehn,
Und unbekränzt daran vorübergehn,
Und muß ich trauernd nicht in mir verzagen?

Soll frevelnd ich dem liebsten Wunsch entsagen?
Soll mutig ich zum Schattenreiche gehn?
Um andre Freuden, andre Götter flehn,
Nach neuen Wonnen bei den Toten fragen?

Ich stieg hinab, doch auch in Plutons Reichen,
Im Schoß der Nächte, brennt der Liebe Glut,
Daß sehnend Schatten sich zu Schatten neigen.

Verloren ist, wen Liebe nicht beglücket,
Und stieg er auch hinab zur styg’schen Flut,
Im Glanz der Himmel blieb er unentzücket.

von Karoline von Günderrode 

Liebesgedicht Georg Friedrich Daumer - Botschaft


h1 17. März 2006 15:17 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Botschaft

Wehe, Lüftchen, lind und lieblich
Um die Wange der Geliebten,
Spiele zart in ihrer Locke,
Eile nicht, hinweg zu fliehn!
Tut sie dann vielleicht die Frage,
Wie es um mich Armen stehe,
Sprich: Unendlich war sein Wehe,
Höchst bedenklich seine Lage;
Aber jetzo kann er hoffen,
Wieder herrlich aufzuleben,
Denn du, Holde, denkst an ihn.

von Georg Friedrich Daumer