Liebesgedichte von Bierbaum



Otto Julius Bierbaum - Liebeslied im Herbst


h1 8. September 2007 20:14 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Ach, mein Herz ist bange,
Bange nach meiner Geliebten.
Sehnsucht hält die Schatten-
Flügel über mir.

Wolken fliehn im Winde;
In vergilbten Wipfeln
Stöhnt es: meine Seele
Singt und stöhnt nach ihr.

Du und unsre Liebe,
Du und dein Herz voller Güte! …
O mein Glück, mein Leben:
Einsam bin ich hier.

Doch ich will nicht klagen.
Über die grauen Weiten
Spannt sich ein Liebesbogen
Hoch von mir zu dir.

Was die Liebe bindet,
Trennen nicht Berg und Meer.
Schließe die Augen: siehe! -:
Sieh, ich bin bei dir.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Liebe


h1 5. September 2007 20:14 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Es ist ein Glück zu wissen, daß du bist,
Von dir zu träumen hohe Wonne ist,
Nach dir sich sehnen macht zum Traum die Zeit,
Bei dir zu sein, ist ganze Seligkeit.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Komm her und laß dich küssen


h1 2. September 2007 20:13 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Die Luft ist wie voll Geigen,
Von allen Blütenzweigen
Das weiße Wunder schneit;
Der Frühling tobt im Blute,
Zu allem Übermute
Ist jetzt die allerbeste Zeit.

Komm her und laß dich küssen!
Du wirst es dulden müssen,
Daß dich mein Arm umschlingt.
Es geht durch alles Leben
Ein Pochen und ein Beben:
Das rote Blut, es singt, es singt.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Getrost


h1 30. August 2007 20:13 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Nein, mein Herz, so sollst du dich nicht plagen,
Sei getrost und sie die Schöne an,
Wie sie kinderfröhlich lachen kann,
Und sie hat wohl auch ein Leid zu tragen.

Doch sie ist zu stolz und stark zu klagen,
Nur ihr Blick verkündet dann und wann,
Daß sie weiß, was Leid ist. Doch in Bann
Läßt sie sich von Kümmernis nicht schlagen.

Willst du, Herz, dich liebend zu ihr wenden,
Sollst du heiter sein, wie sie es ist,
Klar und lauter, stolz und stark. Erhebe
Dich ins Reine zu der Reinen: lebe,
Lebe auf, daß du ihr würdig bist,
Und es wird die Zeit des Jammers enden.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Gebet zwischen blühenden Kastanien


h1 27. August 2007 20:12 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Frühling, o du süßer Junge!
Deine Beine sind so zärtlich
Schlank und deine schmalen Lippen
Feucht.

Wie du schreitest! Wie die Locken fliegen
Und das blaue Band im blonden Haare!
Wie es duftet, wo dein Mantel wehte!
Frühling, süßer, saftgebenedeiter
Siegerknabe mit den Mädchenbrüsten,
Hauch mich an mit deinem Blumenatem,
Der ich dich jetzt tiefer kenn und liebe,
Deiner Brünste voller bin ich ehmals.

Neig dich mir, o süßer Knabe, süßres
Mädchen! Ich vergehe sonst vor Sehnsucht,
Dich zu fühlen.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Gavotte des Verliebten


h1 23. August 2007 20:12 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Wie ging ich durch mein Leben hin?
An einem roten Bande;
Dran führte mich meine Königin
Durch lauter selige Lande.
Bald auf, bald ab, bald quer, bald krumm,
Mal rechtsherum, mal linksherum,
Doch stets am Liebesbande.

So war ich Knecht mein Leben lang?
Der Knecht am roten Bande?
O nein: es war ein Königsgang
Durch unterworfene Lande;
Ein Königsgang, ein Königstanz,
In freier Kraft durch Glück und Glanz
Am roten Liebesbande.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Fühle nur


h1 20. August 2007 20:11 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Einsam bist du? Sieh, die vielen Sterne
Stehn, ein Weltenkranz, ob deinem Haupte,
Und die Lindenbäume, Kronenträger,
Schicken ihre Düfte dir ins Zimmer.
Fühle nur! Saug ein und gib dich wieder!
Schmähe niemand, schmäh auch dich nicht selber!
Denk: du darfst auf dieser reichen Erde
Durch den sonnenvollen Weltraum fliegen,
Und dein Herz gehört auch zu den Sternen,
Die ein bißchen Licht und Wärme strahlen.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Flieder


h1 17. August 2007 20:10 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Stille, träumende Frühlingsnacht …
Die Sterne am Himmel blinzeln mild,
Breit stand der Mond wie ein silbernes Schild,
In den Zweigen rauschte es sacht.
Arm in Arm und wie in Träumen
Unter duftenden Blütenbäumen
Gingen wir durch die Frühlingsnacht.

Der Flieder duftet berauschend weich;
Ich küsse den Mund dir liebeheiß,
Dicht überhäupten uns blau und weiß
Schimmern die Blätter reich.
Blüten brachst du uns zum Strauße,
Langsam gingen wir nach Hause,
Der Flieder duftete liebeweich …

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Er verreist und denkt an sie


h1 13. August 2007 20:10 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Schönes Kind, ich denk an dich,
Weil die Geigen klingen
Und im Herzen wunderlich
Stille Stimmen singen.

Schönes Kind, die Geige weiß,
Wie ich dich ersehne,
Darum klingt so schluchzend heiß
Ihre Kantilene.

Schönes Kind, mir bebt das Herz.
O, wie starr das Leben.
Und die Liebe ist der Schmerz.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Er springt mit ihr in die Ehe


h1 10. August 2007 20:09 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Es geht ein Wind durchs weite Land,
Drängt Mund an Mund, weht Hand an Hand
Und ist als wie ein Singen.

Hat dich und mich zusammengeweht;
Und wenn er auch mal stille steht:
Wir beide wollen springen.

von Otto Julius Bierbaum






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