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Liebesgedichte von Dehmel



Leises Lied - Dehmel


h1 6. November 2008 00:53 - Gedicht eingereicht von romantikerin

In einem stillen Garten,
an eines Brunnens Schacht,
wie wollt ich gerne warten
die lange graue Nacht.

Viel helle Lilien blühen
um des Brunnens Schlund;
drin schwimmen golden die Sterne,
drin badet sich der Mond.

Und wie in den Brunnen schimmern
die lieben Sterne hinein,
glänzt mir im Herzen immer
deiner lieben Augen Schein.

Die Sterne doch am Himmel,
die stehn uns all so fern;
in deinem stillen Garten
stünd’ ich jetzt so gern.

Richard Fedor Leopold Dehmel

Richard Dehmel - Schutzengel


h1 16. Oktober 2007 20:22 - Gedicht eingereicht von romantikerin

Nicht vom Kirchhof will ich Efeu pflücken;
Glänzt von Efeu doch das ganze Dörfchen.
Davon will ich pflücken
Für mein Kämmerchen, -
Spricht der junge, junge Jägersmann.

Guten Tag, du schönes, schönes Mädchen.
Gib mir doch dein liebes, liebes Händchen.
Weißt, ich suche Efeu
Für mein Kämmerchen; -
Darf ich wohl von deinem Efeu p f l ü c k e n ?

Komm herein, du schöner, schöner Jäger.
Will dir vielen, vielen Efeu geben …
Hinten um mein Fenster,
Um mein Kämmerchen,
Schmiegt sich dicht der dunkle, dunkle Efeu.

Kommt das kleine Brüderchen gelaufen:
Schwesterchen, was w i l l der große Jäger? -
Und ich küßt’ es auf die reine Stirne
Und ging still nach Hause
In mein Kämmerchen:
Ich, der junge, junge Jägersmann …

von Richard Dehmel

Richard Dehmel - Mondnacht


h1 13. Oktober 2007 20:22 - Gedicht eingereicht von romantikerin

Silbern vom Gewölk ins Land,
kühlend fließt die Flut
Aus des Mondes milder Hand,
Dämpfend alle Glut.

Durch den Wald ein Schimmer schwebt
Tauchet in den Fluß
Und das schwarze Wasser bebt
Unter seinem Kuß.

Hörst du, Lieb? Die Welle fleht:
Küsse, küsse mich.
Und von Schauern sanft umweht,
Sanfte küss’ ich dich.

von Richard Dehmel







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