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Liebesgedichte von Storm



Die Stunde schlug - Theodor Storm


h1 13. Januar 2010 10:12 - Gedicht eingereicht von romantikerin

Die Stunde schlug

Die Stunde schlug, und deine Hand
Liegt zitternd in der meinen,
An meine Lippen streiften schon
Mit scheuem Druck die deinen.

Es zuckten aus dem vollen Kelch
Elektrisch schon die Funken;
O fasse Mut,  und fliehe nicht,
Bevor wir ganz getrunken!

Die Lippen, die mich so berührt,
Sind nicht mehr deine eignen;
Sie können doch,  solang du lebst,
Die meinen nicht verleugnen.

Die Lippen, die sich so berührt,
Sind rettungslos gefangen;
Spät oder früh,  sie müssen doch
Sich tödlich heimverlangen.

Theodor Storm

Bettlerliebe - Theodor Storm


h1 8. Januar 2010 01:04 - Gedicht eingereicht von romantikerin

Bettlerliebe

O lass mich nur von Ferne stehn
Und hangen stumm an deinem Blick;
Du bist so jung, du bist so schön,
Aus deinen Augen lacht das Glück.
Und ich so arm,  so müde schon,
Ich habe nichts,  was dich gewinnt.
O wär ich doch ein Königssohn
Und du ein arm verlornes Kind!

Theodor Storm







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