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Ludwig Achim von Arnim – ERSTE LIEBE


ERSTE LIEBE

Die erste Liebe
Ihr lieben Kind
Macht hell und trübe
Als wie der Wind,
Die erste Liebe,
Die ist so dumm,
Sie bleibt viel lieber
Ganz still und stumm.

Denn die geblendet
Die sind so dumm,
Ein Wörtchen redet
Und sie sind stumm,
Auf tausend Wegen,
Sie suchen sich,
Und sich begegnen,
Weg drehn sie sich.

Sie möchten wieder
Sich recht ansehn,
Und schlagen nieder
Die Augen schön,
Ihr wollt nicht lernen
Und seid nicht klug,
Sonst sagt ich gerne
Was Recht und Fug.

Da seht sie stehen
Bei einer Blum,
Und beide sehen
Danach sich um
Und beide lassen
Die Blume da,
Denn beide fassen
Zugleich danach

Die Köpfe stießen
Dabei zusamm
Und beide grüßen
Sich dann voll Scham:
Sie sehn zusammen
Der Sterne Lauf,
Und jede Flamme
Die zehrt sie auf.

Wo eingesperret
Die Nachtigall,
Sie singt und plärret
Ganz laut die Qual,
Er läßt sich fangen
Der Freund zu ihr,
Wer so gefangen
Ist freier hier.

Lernt von den Bienen
Im Blumenschoß,
Fröhlig Erkühnen
Führet sie bloß;
Lasset das Zieren
Eh ihr sie pflückt,
Jene schon führen
Honig entzückt.

Lehrte der Biber
Bauen ein Haus
Ach nur die Liebe
Füllet das Haus,
Lernt von den Tieren
Ihr Menschenkind,
Euch aufzuführen
Wie ihr gesinnt.

Gäb nicht die Liebe
Atem voll Klang
Frühling erhübe
Nimmer den Sang,
Lernt von den Vögeln
Saget warum
Hört ihr die Regeln
Bleibet doch stumm.

Die erste Liebe u.s.w.

Autor: Ludwig Achim von Arnim  


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