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Liebesgedichte von Bierbaum



Otto Julius Bierbaum - Er springt mit ihr in die Ehe


h1 10. August 2007 20:09 - Gedicht eingereicht von romantikerin

Es geht ein Wind durchs weite Land,
Drängt Mund an Mund, weht Hand an Hand
Und ist als wie ein Singen.

Hat dich und mich zusammengeweht;
Und wenn er auch mal stille steht:
Wir beide wollen springen.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Er singt


h1 7. August 2007 20:09 - Gedicht eingereicht von romantikerin

Das Glück weht zwei zusammen,
Der weiche, warme Wind,
Daß wie des Herdes Flammen
Sie gluteneinig sind.

Die Stürme heulen im Schlote;
Laß heulen den gierigen Braus!
Herdfeuer glimmt, das rote,
Und nimmer löscht er aus.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Er merkt etwas


h1 4. August 2007 20:08 - Gedicht eingereicht von romantikerin

-: “Ich hab dich lieb” …
Ich hör das so.
Könnt ich es glauben,
Wär ich wohl froh.

-: “Ich hab dich lieb” …
Welch holder Ton!
Wie Geig und Flöte …
Ich hörte ihn schon.

-: “Ich hab dich lieb” …
Sags immer, Kind!
Ich weiß, daß Lügen
Geschenke sind.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Er hält sie offenbar für eine Perle


h1 1. August 2007 20:08 - Gedicht eingereicht von romantikerin

Perlen glitten durch meine Hand -:
Das war Wasser, das verschwand;
Gold kam über mich hergelaufen -:
Wolkenberge, Wolkenhaufen;
Nichts ist mehr in meiner Hand
Und ich kann mir gar nichts kaufen,
Und mir blieb nur, was ich fand:
Ein Herz für mich, ein Glück für mich,
Zwei Augen, die leuchten: Ich liebe dich,
Und eine Wärme innerlich:
Du, du und ich …

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Er glaubt nur noch einen letzten Wunsch zu haben


h1 30. Juli 2007 20:07 - Gedicht eingereicht von romantikerin

Daß deine Hand auf meiner Stirne liegt,
Wenn mich das Sterben in der Wiege wiegt,
Die leis hinüber ins Vergessen schaukelt,
Von schwarzen Schmetterlingen schwer umgaukelt.
Ein letzter Blick in deine braunen Sonnen:
Vorüber strömen alle unsre Wonnen
In einer bitter-süßen Letztsekunde;
Ein letzter Kuß von deinem warmen Munde,
Ein letztes Wort von dir, so liebeweich:
Dann hab ich, eh ich tot, das Himmelreich,
Und tauche selig in den großen Frieden:
Der Erde Holdeste war mir beschieden.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Er drückt dies etwas schwärmerischer aus


h1 27. Juli 2007 20:06 - Gedicht eingereicht von romantikerin

Laue Sommernacht; am Himmel
Stand kein Stern; im weiten Walde
Suchte wir uns tief im Dunkel,
Und wir fanden uns.

Fanden uns im weiten Walde
In der Nacht, der sternenlosen,
Hielten stauend uns im Arme
In der dunklen Nacht.

War nicht unser ganzes Leben
So ein Tappen, so ein Suchen?
Da: In seine Finsternisse,
Liebe, fiel dein Licht.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Du, mein Glück


h1 27. Juli 2007 20:06 - Gedicht eingereicht von romantikerin

Meine Seele, eine Taube,
Lang verflogen und verirrt,
Regt nun zwischen lauter Blüten
Auf dem schönsten Frühlingsbaume
Ihre Flügel leis vor Glück.

Du mein Baum voll lauter Blüten!
Du mein Glück! Du meine Ruh!
Meiner Sehnsucht weiße Taube
Regt die Flügel, regt die Flügel
Dir im Schoß. Süße! Süße!
Welch ein Wunder: Ich und du!

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Das Mädchen ohne Bräutigam


h1 24. Juli 2007 20:05 - Gedicht eingereicht von romantikerin

Wenn ich Braut bin, wenn ich Braut bin,
Will ich haben kein weißes Kleid,
Kein weißes Kleid;
Aus schwarzer Seide, so soll es sein,
Aber viele, viele weiße Rosen drein,
Große, weiße Rosen gestickt.
So will ich gehen, so will ich gehen,
Ganz langsam, langsam an den Altar,
Aber rote Rosen, ganz dunkelrote Rosen
Im Haar.

Und mein Brauthemd? Mein Brauthemd?
Wie soll das sein?
Vom allerfeinsten Linnen
Und schneeweiß soll es sein.
Bloß oben am Hals von Spitzen ein Rand
Und unter den Spitzen ein blaßblaues Band.
So soll mein weißes Brauthemd sein.
Und dein Bräutigam, Mädel, wie soll der sein?
Schön und stark soll mein Bräutigam sein,
Nicht gar so baumlang, aber auch nicht klein,
Und nicht schniegelbügelglatt;
Mit den Augen soll er lachen
Wenn er im arm mich hat.

Kennst du so einen?

Gott, bist du dumm! Ich kenne keinen,
Wenn ich einen kennte und hätte ihn lieb,
Mir keine Zeit zum Ausmalen blieb.
Nähm ihn, wie er wäre, ob groß oder klein;
Auch das Brautkleid sollte mir einerlei sein.
Würde nach seinem Auge mich kleiden
In schwarze oder weiße Seiden.
Weiß doch, daß mir alles steht.

So ist dir gar nicht ernst, was du sagst?

Nein bist du dumm, wie so ernst du fragst!
Bloß, daß die Zeit vorübergeht,
Bis er kommt, den ich und der mich mag,
Vermal ich bunt mir so den Tag.
Ach, dann, wenn er da ist, dann, ach, dann,
Mal ich mir weder Kleid noch Mann.
Dann tu ich … Was denn? Hasche mich, du!
Na, so komme doch, lauf doch, greif doch zu!
Gott, bist du langsam! Wenn ihr alle so seid,
Brauch ich niemals ein Hochzeitskleid.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Das Lied vom bißchen Sonnenschein


h1 21. Juli 2007 20:04 - Gedicht eingereicht von romantikerin

Es ist ein bißchen Sonnenschein,
Auf meinen Weg gefallen,
Da hört ich gleich des Glücks Schalmein
Aus allen Himmeln hallen
Und glaubte gleich,
Das Himmelreich,
Das Himmelreich sei mein.

Der Sonnenschein ist weggeglänzt,
Er galt ncht meinem Wege,
Ich habe mich zu früh bekränzt,
Nun kreischt des Grames Säge:
Der Winter naht,
Der Potentat,
Es hat sich ausgelenzt.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Auszählverse für Verliebte


h1 6. Juni 2007 20:04 - Gedicht eingereicht von romantikerin

Rumpeldipum,
Prinz Amor geht um,
Vorm Aug eine Binden,
Kann doch jede finden.
Hat die Rosenbecken
Geplündert und Stecken
Aus Rosenzweigen gemacht mit Spitzen,
Die nun in den Herzen der Mädchen sitzen.
Rum .. pum .. pum.

von Otto Julius Bierbaum







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