Liebesgedichte von Heine

Liebesgedichte von Heine

Heinrich Heine – Im Mai

Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Knospen sprangen,
Da ist in meinem Herzen
Die Liebe aufgegangen.

Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Vögel sangen,
Da hab‘ ich ihr gestanden
Mein Sehnen und Verlangen

Heinrich Heine


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Heinrich Heine – Abschied

Schöne Wiege meiner Leiden,
Schönes Grabmahl meiner Ruh,
Schöne Stadt, wir müssen scheiden, –
Leb wohl! Ruf‘ ich dir zu.

Leb wohl, du heil’ge Schwelle,
Wo da wandelt Liebchen traut;
Leb wohl, du heil’ge Stelle,
Wo ich sie zuerst geschaut.

Hätt‘ ich dich doch nie gesehen,
Schöne Herzenskönigin!
Nimmer wär‘ es dann geschehen,
Daß ich jetzt so elend bin.

Nie wollt‘ ich dein Herz rühren,
Liebe hab‘ ich nie erfleht;
Nur ein stilles Leben führen
Wollt‘ ich, wo dein Odem weht.

Doch du drängst mich selbst von hinnen,
Bitt’re Worte spricht dein Mund;
Wahnsinn wühlt in meinen Sinnen,
Und mein Herz ist krank und wund.

Und die Glieder matt und träge
Schlepp‘ ich fort am Wanderstab,
Bis mein müdes Haupt ich lege
Ferne in ein kühles Grab.

Heinrich Heine


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Heinrich Heine – Auf Flügeln des Gesanges

Auf Flügeln des Gesanges,
Herzliebchen, trag‘ ich dich fort,
Fort nach den Fluren des Ganges,
Dort weiß ich den schönsten Ort.

Dort liegt ein rotblühender Garten
Im stillen Mondenschein;
Die Lotosblumen erwarten
Ihr trautes Schwesterlein.

Die Veilchen kichern und kosen,
Und schau nach den Sternen empor;
Heimlich erzählen die Rosen
Sich duftende Märchen ins Ohr.

Es hüpfen herbei und lauschen
Die frommen, klugen Gazell’n;
Und in der Ferne rauschen
Des heiligen Stromes Well’n.

Dort wollen wir niedersinken
Unter dem Palmenbaum,
Und Lieb‘ und Ruhe trinken
Und träumen seligen Traum.

Heinrich Heine


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Heinrich Heine – Die liebste Stimme

Sterne mit den goldnen Füßchen
Wandeln droben bang und sacht,
Daß sie nicht die Erde wecken,
Die da schläft im Schoß der Nacht.

Horchend stehn die grünen Wälder,
Jedes Blatt ein grünes Ohr,
Und der Berg, wie träumend streckt er
Seinen Schattenarm hervor.

Doch was rief dort? In mein Herze
Dringt der Töne Widerhall,
War es der Geliebten Stimme –
Oder nur die Nachtigall?

Heinrich Heine


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Heinrich Heine – Ehmals glaubt‘ ich, alle Küsse

Ehmals glaubt‘ ich, alle Küsse,
Die ein Weib uns gibt und nimmt,
Seien uns durch Schicksalsschlüsse
Schon urzeitlich vorbestimmt.

Küsse nahm ich und ich küßte
So mit Ernst in jeder Zeit
Als ob ich erfüllen müßte
Taten der Notwendigkeit.

Jetzo weiß ich: überflüssig
Wie so manches, ist der Kuß,
Und mit leichtern Sinnen küss‘ ich,
Glaubenslos im Überfluß.

Heinrich Heine


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Heinrich Heine – Fichtenbaum und Palme

Ein Fichtenbaum steht einsam
Im Norden auf kahler Höh‘!
Ihn schläfert; mit weißer Decke
Umhüllen ihn Eis und Schnee.

Er träumt von einer Palme,
Die fern im Morgenland
Einsam und schweigend trauert
Auf brennender Felsenwand.

Heinrich Heine


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Heinrich Heine – Fischermädchen

Du schönes Fischermädchen,
Treibe den Kahn ans Land;
Komm zu mir und setze dich nieder,
Wir kosen Hand in Hand.

Leg an mein Herz dein Köpfchen,
Und fürchte dich nicht so sehr;
Vertraust du dich doch sorglos
Täglich dem wilden Meer!

Mein Herz gleicht ganz dem Meere,
Hat Sturm und Ebb‘ und Flut,
Und manche schöne Perle
In seiner Tiefe ruht.

Heinrich Heine


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Hast du die Lippen mir wund geküßt

Hast du die Lippen mir wund geküßt,
So küsse sie wieder heil,
Und wenn du bis abends nicht fertig bist,
So hat es auch keine Eil‘.

Du hast ja noch die ganze Nacht,
Du herzallerliebste mein.
Man kann in solch‘ einer ganzen Nacht
Viel küssen und selig sein.

Heinrich Heine


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Heinrich Heine – Mädchen mit dem roten Mündchen

Mädchen mit dem roten Mündchen,
Mit den Äuglein süß und klar,
Du mein liebes, kleines Mädchen,
Deiner denk‘ ich immerdar.

Lang ist heut der Winterabend,
Und ich möchte bei dir sein,
Bei dir sitzen, mit dir schwatzen
Im vertrauten Kämmerlein.

An die Lippen wollt‘ ich pressen
Deine kleine weiße Hand,
Und mit Tränen sie benetzen,
Deine kleine weiße Hand.

Heinrich Heine


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Heinrich Heine – Du bist wie eine Blume

Du bist wie eine Blume
So hold und schön und rein:
Ich schau‘ dich an, und Wehmut
Schleicht mir ins Herz hinein.

Mir ist, als ob ich die Hände
Aufs Haupt dir legen sollt‘,
Betend, daß Gott dich erhalte
So rein und schön und hold.

Heinrich Heine


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