erotische Liebesgedichte



Frage - Hugo von Hofmannsthal


h1 25. Februar 2010 09:02 - Gedicht eingereicht von romantikerin

Frage

Merkst du denn nicht, wie meine Lippen beben?
Kannst du nicht lesen diese bleichen Züge,
Nicht fühlen, daß mein Lächeln Qual und Lüge,
Wenn meine Blicke forschend dich umschweben?

Sehnst du dich nicht nach einem Hauch von Leben,
Nach einem heißen Arm, dich fortzutragen
Aus diesem Sumpf von öden, leeren Tagen,
Um den die bleichen, irren Lichter weben?

So las ich falsch in deinem Aug, dem tiefen?
Kein heimlich Sehnen sah ich heiß dort funkeln?
Es birgt zu deiner Seele keine Pforte

Dein feuchter Blick? Die Wünsche, die dort schliefen,
Wie stille Rosen in der Flut, der dunkeln,
Sind, wie dein Plaudern: seellos … Worte, Worte?

Hugo von Hofmannsthal 

Sturmnacht - Hugo von Hoffmannsthal


h1 18. Februar 2010 21:56 - Gedicht eingereicht von romantikerin
Sturmnacht

Die Sturmnacht hat uns vermählt
In Brausen und Toben und Bangen:
Was unsre Seelen sich lange verhehlt,
Da ist’s uns aufgegangen.

Ich las so tief in deinem Blick
Beim Strahl vom Wetterleuchten:
Ich las darin mein flammend Glück,
In seinem Glanz, dem feuchten.

Es warf der Wind dein duftges Haar
Mir spielend um Stirn und Wangen,
Es flüsterte lockend die Wellenschar
Von heißem tiefem Verlangen.

Die Lippen waren sich so nah,
Ich hielt dich fest umschlungen;
Mein Werben und dein stammelnd Ja,
Die hat der Wind verschlungen …

Hugo von Hofmannsthal (1890)

Gleichgültigkeit - Ludwig Thoma


h1 15. Februar 2010 07:39 - Gedicht eingereicht von romantikerin

Gleichgültigkeit

Als ich gestern lag in meinem Bette,
Klopfte es so gegen Mitternacht.
Meine Meinung war, es sei Jeannette,
Und natürlich hab’ ich aufgemacht.
Leise kam es jetzt hereingeschlichen,
Setzte sich an meines Bettes Rand,
Hat mir über meinen Kopf gestrichen
Mit der ziemlich großen, dicken Hand.
Doch ich merkte bald an ihren Formen:
Dieses Weib ist ja Jeannette nicht,
Deren Hüften nicht von so enormem
Umfang sind und solchem Schwergewicht.
Trotzdem schwieg ich. Denn ich überlegte:
Nicht das Wer, das Wie kommt in Betracht,
Außerdem, die Absicht, die sie hegte,
War entschieden löblich ausgedacht.
Was bedeutet dieserhalb ein Name?
In der Liebe ist das einerlei.
Man verlangt nur, daß es eine Dame
Und von angenehmem Fleische sei.

(Ludwig Thoma, 1867-1921)

Erotisches Liebesgedicht 1 - Ich will immer


h1 29. Juni 2006 02:01 - Gedicht eingereicht von romantikerin

Ich bin . . .

verrückt nach dir und so ist es richtig,
und immer nach deiner Nähe süchtig.

Ich werde . . .

dich lächelnd mit meinen Sinnen verführen,
dich streicheln und küssen, dich in mir spüren.

dich mit meinen Händen ganz zart betören,
dich sanft verführen und immer wieder erhören.

dich halten, mit Dir zum Gipfel fliegen,
ganz nah dir sein, Dich immerzu lieben.

Ich will immer . . .

so verzückt, nach Deiner Liebe verlangen,
mein Geliebter, mein Herz, mein Sehnen und Bangen.

Erotisches Liebesgedicht 2 - Die Lust nach dir


h1 30. Mai 2006 02:01 - Gedicht eingereicht von romantikerin

Alles würde ich dir geben,
könnte ich deine Leidenschaft erleben.
An dich möchte ich mich verlieren,
meine Gefühle und all meine Begierden.

Den heißen Atem von dir spüren,
deine Hand zur Lust verführen.
Mich an dich schmiegen und wieder befreien,
in deiner Liebe auf gedeihen.

Auf meiner Haut möchte ich dich fühlen,
in deinem Herzen alles aufwühlen.
Solange bis die Sinne schwinden,
und sich in der Extasse wieder finden.

In der Erfüllung wenn du in mir bist,
will ich mich ergeben, wann immer es ist.
In deinen leuchtenden Augen sehen,
und mit dir durch ein Stück Himmel gehen.

Verloren wäre Zeit und Raum,
viel schöner noch als wie im Traum.
Erwachen an deiner starken Brust,
erzittern noch, nach dieser Lust.





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