Liebesgedichte



Die Liebe


h1 10. Dezember 2007 22:50 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Wo bin ich und wo bist du?
Ich bin verloren,
dass verstehst du.
Und ich spüre dich
nicht wie im nu,
denn die Einsamkeit
tut mir nicht gut.
Ich bin die Hoffnungskerze
und meine Flamme ist die Liebe.
Leuchte meine Flamme, leuchte.
suche nach einem Lichte,
doch meine Hoffnung schmelzte,
aber meine Liebe war nicht am Ende.
Von der Dunkelheit eingeschlossen,
werde ich die Hoffnung nicht mehr loslassen,
dich jemals vergessen zu haben,
denn die Hoffnung ist meine
einzige Erinnerung an die Liebe
und meine Hoffnung an dir,
werde ich nicht mehr loslassen.
Sie leuchtete immer wieder in
in Dunkelheit und Kälte
und suchte nach Licht und Wärme.
ich suchte nach der Liebe,
doch ich fand sie nicht,
auch wenn alles erlicht,
hoffentlich siehst du mich.
Meine Kerzenflamme
brannte noch mehr als sonst,
der Wind stärkte sie,
denn es ist nicht alles umsonst.
Von mir ist fast nichts
mehr übrig geblieben,
doch ich höre nicht auf dich
irgendwann zu lieben.
Es wird immer kälter und kälter,
ich wurde immer älter und älter,
für die Hoffnung wird es
immer später und später.
Ich freue mich für die entfernten Lichter
sie winken meiner Flamme glücklicher,
meine Flamme winkte ihnen zurück
und wurde dadurch kräftiger.
Jede Tropfen von mir fiel herunter,
dadurch wurde ich mutiger.
Denn es ist nicht alles am Ende,
vielleicht gibt es doch eine neue Wende.
Auf einmal sehe ich eine andere Kerze
neben mir erleuchten,
endlich haben wir uns getroffen,
so ist es auch die Dunkelheit verloren,
wir sehen unserem Raum erleuchten.
Deine und meine Wärme lassen
mein meine Hoffnung von mir davon fließen
und uns weinend lieben.
Ich und du erstrahlen unsere Umgebung
mit Licht und Wärme,
denn das ist für uns jetzt eine leichte Übung
und daraus ergibt für mich die Liebe.
Nach einer langen Zeit ist von uns
nicht viel übrig geblieben,
doch unsere Wärme ist noch vorhanden.
Die Liebe ist damit auferstanden

Autor: unbekannt

Richard Dehmel - Schutzengel


h1 16. Oktober 2007 20:22 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Nicht vom Kirchhof will ich Efeu pflücken;
Glänzt von Efeu doch das ganze Dörfchen.
Davon will ich pflücken
Für mein Kämmerchen, -
Spricht der junge, junge Jägersmann.

Guten Tag, du schönes, schönes Mädchen.
Gib mir doch dein liebes, liebes Händchen.
Weißt, ich suche Efeu
Für mein Kämmerchen; -
Darf ich wohl von deinem Efeu p f l ü c k e n ?

Komm herein, du schöner, schöner Jäger.
Will dir vielen, vielen Efeu geben …
Hinten um mein Fenster,
Um mein Kämmerchen,
Schmiegt sich dicht der dunkle, dunkle Efeu.

Kommt das kleine Brüderchen gelaufen:
Schwesterchen, was w i l l der große Jäger? -
Und ich küßt’ es auf die reine Stirne
Und ging still nach Hause
In mein Kämmerchen:
Ich, der junge, junge Jägersmann …

von Richard Dehmel

Richard Dehmel - Mondnacht


h1 13. Oktober 2007 20:22 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Silbern vom Gewölk ins Land,
kühlend fließt die Flut
Aus des Mondes milder Hand,
Dämpfend alle Glut.

Durch den Wald ein Schimmer schwebt
Tauchet in den Fluß
Und das schwarze Wasser bebt
Unter seinem Kuß.

Hörst du, Lieb? Die Welle fleht:
Küsse, küsse mich.
Und von Schauern sanft umweht,
Sanfte küss’ ich dich.

von Richard Dehmel

Otto Julius Bierbaum - Zuversicht


h1 7. Oktober 2007 20:20 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Dich zu lieben, das wird Ruhe sein,
Hand in Hand, getrost und ohne Bangen;
Kein Verzagen -: Glauben; kein Verlangen -:
Frucht und Friede, Freiheit und Verein.

Aber Lust wird in der Ruhe sein
Sommerlust, ein Schauen und Genießen,
Jene Lust der windbewegten Wiesen,
Die voll Blumen sind und still gedeihn.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Was eigentlich die Kleine will,


h1 4. Oktober 2007 20:20 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Was eigentlich die Kleine will,
Das mag der Teufel wissen!
Bald guckt sie mich gar glühend an,
Als wär sie hingerissen.
Wovon? Wozu? Ich ahn es nicht;
Der Teufel mag es wissen.
Dann aber wieder macht sie mir
Ein Lärvchen, furchtbar sauer,
Daß mirs durchs ganze Rückenmark
Hinfährt wie kalter Schauer.
Weshalb? Warum? Ich weiß es nicht,
Bin immer gleich beflissen.
Was eigentlich die Kleine will:
Der Teufel mag es wissen.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Wartelohn


h1 1. Oktober 2007 20:19 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Morgenjunge Herrlichkeit,
Hell die Welt und frisch der Wind,
Wartend klopft mein Herz geschwind -:
Eine Minute schon über die Zeit!
Ach, wie oft schon sagt ich’s, Kind:
Pünktlichkeit!
Und ich spähe augenweit,
Und ich schaue fast mich blind,
Ist das Mädel nicht gescheit?
Zehn Minuten schon über die Zeit!
Soll ich ein Ewigkeit
Warten und sehnen!? - Langsam rinnt
Der Minuten Folge, breit
Wie ein Teerstrom. - Zeit, o Zeit!
Deine Minuten wie Stunden sind! …
Sieh, da flattert ihr blaues Kleid,
Flattert im Wind!
Alles Warten ist verschwunden,
Hat sich Mund auf Mund gefunden,
Blick in Blick sich eingesenkt.
Dehnten jetzt sich die S e k u n d e n
Aus zu langen Dämmerstunden,
Wärs kein Umstand, der uns kränkt,
Da der Wind mit leisem Neigen
Ein Panier aus Frühlingszweigen
Über unsern Küssen schwenkt.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Vorfrühling


h1 30. September 2007 20:18 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Sieh da: Die Weide schon im Silberpelz,
Die Birken glänzen, ob auch ohne Laub,
In einem Lichte, das wie Frühling ist.
Der graue Himmel zeigt türkisenblau
Ganz schmale Streifen, und ich weiß, das ist
Des jungen Jahres erster Farbenklang,
Die ferne Flöte der Beruhigung:
Die Liebe hat die Flügel schon gespannt,
Sie naht gelassenen Flügels, himmelher,
Bald wird die Erde bräutlich heiter sein.

Nun Herz, sei wach und halte dich bereit
Dem holden Gaste, der mit Blumen kommt
Und Liebe atmet, wie die Blume Duft.
Sei wach und glaube: Liebe kommt zu dir,
Wenn du nur recht ergeben und getrost
Dich auftust wie ein Frühlingsblumenkelch.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Verzagt


h1 27. September 2007 20:17 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Soll ich wieder schwärmen, ich,
Der ich müd bin und verdrossen,
Schicksalslaugenübergossen,
Traurig, trüb und jämmerlich?

Soll ich? Nein, ich drücke mich.
Meine Schwärmer sind verschossen,
Und das Schicksal hat beschlossen:
Keine Wonnen mehr für dich.

Aber deine Augen, Kind,
Sind bestimmt, das Glück zu schauen,
Das im schönsten Bogen geht:
Ruhe, Klarheit, Majestät,
Davon deine Augenbrauen
Allerschönstes Abbild sind.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Trost im Winkel


h1 23. September 2007 20:17 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Laß es gehen, Herz, laß dich treiben,
Alles hat hier seine Bahn,
Wenig gilt hier: Mitgetan,
Alles gilt: Im Strome bleiben.

Ist es dir bestimmt zu wohnen,
Wo die Schönheit Ruhe gibt,
Wirst du, wie du bist, geliebt, -
Liebe schenkt sich, ist kein Lohnen.

Laß es gehen, Herz, laß dich treiben,
Spare dir des Zweifels Qual,
Und du findest doch einmal
Einen Herd, beglückt zu bleiben.

von Otto Julius Bierbaum

Otto Julius Bierbaum - Trab


h1 20. September 2007 20:16 - Gedicht eingereicht von liebesgedichte

Gern wohl möchte mich die Braune.
Doch ich soll erst karessieren,
Redebutterbröte schmieren;
Dazu hab ich keine Laune.

Komm und küß und sei vernünftig,
Spiel nicht lange erst die Spröde!
Schönste Schmeichelbutterbröte
Und noch mehr bekommst du künftig.

von Otto Julius Bierbaum






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